Tempranillo
Die
Tempranillo-Traube zählt zu den edelsten Rebsorten der Welt und ist die wichtigste spanische Keltertraube. In der Rioja hat sie ihre Hochburg: Rund 50.000 Hektar sind hier mit ihr bestockt, das sind 78 Prozent der Gesamtrebfläche. In der
Assemblage roter Rioja-Weine macht sie typischerweise 60 bis 90 Prozent aus.
Tempranillo bedeutet wörtlich übersetzt „kleine Frühe“, ein Name, den die Traube ihren kleinen Beeren und ihrer frühen Reife verdankt. Ihre dicken Beerenhäute enthalten viel Tannin, das den Weinen eine kräftige Struktur und ein großes Lagerpotenzial verleiht. Dennoch sind
Tempranillo-Weine nicht wuchtig-rustikal, sondern schlank und elegant mit einem mäßigen Alkoholgrad von 11 bis 13 Volumenprozent und einer samtigen Weiche, die sie schon in jungem Alter trinkreif macht. Das Aromenspektrum des
Tempranillo reicht von der frischen Kirsch- und Himbeerfrucht eines
Crianza über die Beerenaromen und dezenten Röstnoten des
Reserva bis zum komplex-würzigen Bouquet mit Leder- und Tabaknoten, das einen
Gran Reserva auszeichnet. Die Herkunft der Traube ist nicht eindeutig geklärt, doch nehmen Rebforscher an, dass sie vom Pinot Noir (Spätburgunder) abstammt, den französische Mönche auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela in Spanien einführten.
Trinkreife
Als
Trinkreife bezeichnet man den optimalen Genusszeitpunkt eines Weins. Vor allem große Weine gewinnen mit der Lagerung an Qualität: Sie werden runder und komplexer, die Tannine werden weicher, und die Aromen entwickeln sich. Ihren gustativen Höhepunkt erreichen viele Weine erst nach einigen Jahren. Dennoch werden die meisten Weine sofort nach der Flaschenabfüllung in den Verkauf gebracht, was dem Verbraucher nicht nur Kenntnisse über ihre zukünftige Entwicklung, sondern auch Lagerkapazität abverlangt. Um das zu vermeiden, kommen Rioja-Weine grundsätzlich trinkreif auf den Markt. Nach dem Fassausbau werden sie so lange in der Flasche gelagert, bis sie zum sofortigen Genuss bereit sind. Ein
Crianza ist zum Verkaufszeitpunkt mindestens zwei Jahre alt, ein
Reserva mindestens drei Jahre und ein
Gran Reserva mindestens fünf Jahre. Die Weine können im Privatkeller aber durchaus noch einige Jahre länger aufbewahrt werden. Als Faustregel gilt: Je besser der Jahrgang und je höher die Qualitätsstufe, desto langlebiger ist der Wein.